Familie RitterDie Geschichte der Brauerei

 

Gegründet wurde die Colbitzer Brauerei 1872 von Friedrich-Christoph Ritter* und blieb bis 1959 ein reines Familienunternehmen. Ab diesem Jahr wurde sie, wie viele Privatbetriebe zu dieser Zeit, ein Betrieb mit staatlicher Beteiligung und am 14. Februar 1972 schließlich verstaatlicht.

Erst am 1. Juni 1991 wurde die Brauerei an die Urenkel des Firmengründers, Frau Barbara Schreiter und Herrn Klaus Niemer rückübereignet.  

Mit einem Investitionsaufwand von 16 Millionen DM erfolgtein den 90er Jahren eine umfangreiche Modernisierung auf den damaligen Stand der Technik.

Nach dem überraschenden Tod des Eigentümers übernahm eine neue Geschäftsführung die Geschicke der Brauerei.

Ihr Ziel war es, durch weitere Investitionen die „Colbitzer Heidebrauerei“ als eigenständiges ostdeutsches Unternehmen weiter auf dem Markt zu positionieren und die Bierqualität permanent zu optimieren.

Am 01. September 2013 startete die Colbitzer Heide-Brauerei unter neuer Führung. Sie agiert mit ihren bekannten Bierspezialitäten als die Heimatbrauerei Sachsen-Anhalts völlig selbstständig und eigenverantwortlich.


 

*Ritter, Friedrich Christoph,

geb. 05.01.1850 Pabstorf, gest. 28.06.1913 Colbitz, Brauereibesitzer.

 

Den Bauernsohn und Brauereigesellen R. hatte seine Wanderschaft nach Colbitz verschlagen. Hier fand er Arbeit in der seit mindestens 1816 bestehenden Brauerei. Später heiratete er die elf Jahre ältere Besitzerin der Brauerei, die verwitwete Auguste Siehe, geb. Nauke.

1870 begann er mit der Modernisierung des Unternehmens und sicherte durch Brunnenbau die Wasserversorgung. Während dieser Zeit wurde die Brauerei grundlegend erneuert und nach der Reichsgründung 1872 als Ritter-Brauerei neu gegründet. Zu dieser Zeit erhielt R. auch die für eine Brauerei lebensnotwendigen Wasserrechte.

Hergestellt wurde ab dieser Zeit eine ganze Palette von Biersorten, vorwiegend obergärige Biere wie helles Lagerbier, Doppelmärzen, Doppelmärzen-Bock, Malzbier etc. Aber auch untergärige Biere wie Weißbier und das beliebte Braunbier “Puparsch-Knall” waren im Angebot. Wurde anfangs nur Faßbier geliefert, begann R. bereits 1884 mit der Abfüllung in Flaschen. Pferdegespanne brachten das Bier in die Gastwirtschaften der Umgebung.

Zwischen 1895 und 1900 ließ er von dem Architekten Gustav Bierstedt (Jacob Bierstedt) für sich und seine Familie eine Villa in reinem Jugendstil erbauen, die, noch sehr gut erhalten, heute unter Denkmalschutz steht.

Nach seinem Tode blieb die Brauerei, mit Ausnahme der Jahre 1972–91, in Familienbesitz.

Text von Ernst Nielebock

 

 

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